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Ukrainische Städte stellen inmitten von Stromausfällen und dem anhaltenden Krieg besondere Weihnachtsbäume auf

Sogar in den dunkelsten Zeiten gibt es immer noch einen Platz für Licht. Und manchmal – sogar für Weihnachtsbeleuchtung.

Foto: Staatliche Stadtverwaltung Kyjiw

2022 war nicht das Jahr, das sich jeder Ukrainer gewünscht hat. Seit mehr als 300 Tagen verteidigt sich das Land gegen die russische Invasion und lebt in einem Zustand des totalen Krieges mit regelmäßigen Warnungen vor Luftangriffen, Raketen- und Drohnenangriffen und Stromausfällen auf dem  gesamten Territorium des Landes.

Unter diesen Bedingungen hat mehr als die Hälfte der regionalen Zentren beschlossen, den Weihnachtsbaum in dieser Festsaison nicht aufzustellen. Dazu gehören Cherson, Saporischschja, Dnipro, Odessa und andere.

Dennoch gibt es viele Städte, die sich dafür entschieden haben, den Weihnachtsbaum aufzustellen, nur mit einem anderen Konzept als in den Jahren zuvor. 

In Kyjiw ist der gesamte Sofijiwska-Platz normalerweise mit Lichtern, verschiedenen Dekorationen und Straßenimbissen gefüllt. In diesem Winter wurde jedoch nur ein 12 Meter hoher Baum aufgestellt. Er ist mit blauen und gelben Ornamenten geschmückt, die aus den vergangenen Jahren gerettet wurden, sowie auch und mit Figuren von weißen Tauben, die den Frieden symbolisieren.

An der Spitze des Weihnachtsbaums prangt nicht der traditionelle Stern, sondern das ukrainische Wappen – Tryzub. Unten am Weihnachtsbaum wurden die Flaggen der Länder angebracht, die Kyjiw bei der Bewältigung der Kriegsfolgen helfen. Der Baum ist teilweise mit energieeffizienten Lichtern beleuchtet, die vom Generator gespeist werden.

Foto: Staatliche Stadtverwaltung Kyjiw

Ein weiterer traditioneller Ort für den Weihnachtsbaum in Kyjiw ist die Halle des Bahnhofs. Dieses Jahr ist keine Ausnahme, aber es gibt eine Besonderheit: Man kann die Lichter einschalten, indem man in die Pedale eines speziellen Geräts tritt.

In Charkiw wurde der wichtigste Weihnachtsbaum der Stadt zusammen mit anderem Schmuck unterirdisch in einer U-Bahn-Station aufgestellt. Seit Februar 2022 nutzen die Einwohner der Stadt die U-Bahnhöfe als Bombenschutzräume, da Charkiw unter rücksichtslosem russischen Beschuss leidet.

Jetzt können sie mehrere Stunden unter der Erde verbringen, und das zu einem viel fröhlicheren Anlass: Ihor Terekhov, der Bürgermeister der Stadt, sagte, dass die Menschen das neue Jahr am Weihnachtsbaum feiern können, allerdings müssen sie die Ausgangssperrstunden einhalten. Das bedeutet, dass der Aufenthalt auf dem Bahnhof von 23 Uhr bis 5 Uhr morgens nicht gestattet ist.

In Mykolajiw ist der diesjährige Weihnachtsbaum sogar noch überraschender. Eigentlich ist es nicht einmal ein Baum. Das Denkmal des Heiligen Nikolaus im Stadtzentrum wurde im Herbst mit Sandsäcken bedeckt, um es vor dem Beschuss zu schützen. Jetzt wurden grüne Tarnnetze darüber gelegt, und der “Baum” wurde mit ein paar Lichtern und Ornamenten geschmückt, um den Kindern in der Stadt ein wenig Freude zu bereiten.

Foto: Suspilne

Lwiw hält sich an ein traditionelleres Aussehen, wobei der Weihnachtsbaumstern die wichtigste Neuerung darstellt. Er wurde in Form eines Panzerhindernisses ausgefertigt. Der Baum wird nur für ein paar Stunden am Abend beleuchtet, und wenn der Strom im Bezirk zu dieser Zeit ausfällt, bleibt er auch im Dunkeln.

Foto: Lwiw Stadtrat

In Iwano-Frankiwsk wurde im Stadtzentrum eine Installation aufgestellt, die einem Weihnachtsbaum ähnelt. Der Metallrahmen ist mit 350 Kinderzeichnungen, Symbolen befreiter ukrainischer Städte, blauen und gelben Bändern gefüllt und mit Tryzub gekrönt.

Foto: Stadtverwaltung Iwano-Frankiwsk

Ob mit oder ohne Weihnachtsbaum, Millionen von Ukrainern haben den gleichen Wunsch für das kommende Jahr: die russische Invasion zurückzuschlagen, ihre Liebsten zu schützen und in Frieden und Freiheit in ihrem Land zu leben. Bleiben Sie mit der Ukraine zusammen, um den Tag des Sieges näher zu bringen, und verbreiten Sie das Licht, solange die dunkle Stunde noch nicht vorüber ist.