Tetjana Antonjuk, deren Wirbelsäule von den russischen Besatzern gebrochen wurde, konnte nach Lwiw kommen und will sich nach der Behandlung weiter ehrenamtlich engagieren

Die 70-jährige Tetjana arbeitete während des Krieges in Afghanistan als Journalistin. Später arbeitete sie als Freiwillige für das Rote Kreuz in der Antiterror-Operationszone. Die Frau weigerte sich bis Mai, das besetzte Cherson zu verlassen, bis ihr Mann sie zur Evakuierung überredete. Tetjana hatte noch Zeit, ihre Reisetasche zu holen und sie auf der Veranda für die Evakuierung abzustellen. Ihr zufolge schlug später ein Projektil in ihr Haus ein.

Frau Tetjana zeigt ihr Foto aus der Zeit vor Kriegsbeginn. Foto von Suspilne media

An einem russischen Kontrollpunkt stoppte das Militär das Auto, mit dem sie und andere Bewohner von Cherson unterwegs waren. Die Besatzer nahmen alle Wertsachen mit. Als Tatjana sich weigerte, ihren ukrainischen Pass herauszugeben, begannen die Russen, sie zu verprügeln. Die Männer schlugen sie und traten ihr einmal in den Rücken. Später erfuhr die Frau bei einer medizinischen Untersuchung, dass sie sich die Wirbelsäule gebrochen hatte. Außerdem verlor sie teilweise ihr Gehör, und die Ärzte stellten ein schweres Kopftrauma fest. Die Frau rannte barfuß vor den Besatzern davon: Als sie fiel, zog ihr ein Besatzer die Stiefel aus.

Die Ärzte halfen Tetjana am ukrainischen Kontrollpunkt. Die Frau musste sich die Haare abschneiden, um die Blutung zu stoppen, da die Ärzte nicht verstehen konnten, woher das Blut kam. Mit einem Evakuierungszug erreichte die Frau Lwiw, wo sie im St. Luke’s Hospital aufgenommen wurde. Die Ärzte sagen, dass die Frau entschlossen ist. Sie sagt, dass sie sich nicht lange erholen wird, weil es keine Zeit zum Ausruhen gibt – Freiwilligenarbeit ist gefragt.

Gute Besserung, Frau Tetjana! Alle Übeltäter werden bestraft!