Die 91-jährige Wanda starb in ihrem Keller in Mariupol. Sie hatte einst die deutsche Besatzung auf die gleiche Weise im Keller überlebt

Wanda Objedkowa war 10 Jahre alt, als die deutschen Truppen im Oktober 1941 in Mariupol einmarschierten. Damals wurde Wandas Mutter verhaftet und zusammen mit Tausenden von anderen Juden in den Vororten der Stadt erschossen. Das Mädchen versteckte sich im Keller und verließ die Stadt 2 Jahre lang nicht. Jetzt, 80 Jahre nach diesen schrecklichen Ereignissen, war sie gezwungen, sich erneut im Keller zu verstecken.

Wandas Mutter, Mindel (links) wurde ermordet, während es ihrem Vater gelang, Wanda für die Dauer der Nazi-Besatzung in einem Krankenhaus zu verstecken. Foto: Chabad.org

Die Kälte und der Mangel an Wasser und Nahrung machten es Wanda schwer, im Keller ihres Hauses zu bleiben. Am 40. Tag der groß angelegten Invasion starb die Frau. Sie wurde in einem Park in Mariupol begraben. Erst danach fasste die Familie den Mut, die Stadt zu verlassen. Die Tochter von Wanda erzählte ihre Geschichte. Ihr zufolge gab Wanda 1998 ein Interview für die USC Shoah Foundation über ihr Leben und ihre Erfahrungen mit dem Holocaust. Jetzt sind das Band mit dem Interview und das Haus der Familie zerstört.