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17/03/2022
Der Besatzer erschiesst auch seinen Sohn, aber der Junge überlebte.

Im besetzten Bucha tötet ein russischer Soldat einen Mann vor den Augen von einem seiner drei Söhne.

Ruslan Nechyporenko mit seinem Sohn Yuriy. Foto aus dem Familienarchiv

Okhmatdyt, das nationale spezialisierte Kinderkrankenhaus, berichtet über den Angriff auf zwei Bewohner aus Bucha. Ruslan Nechyporenko (47), Vater von drei Kindern und sein jüngster Sohn Yuriy fuhren mit dem Fahrrad in die Innenstadt. Sie brauchten humanitäre Hilfe und Medikamente. Damals lebte die Familie schon fast zwei Wochen lang ohne Gas, Strom und Wasser.

« Wir fuhren mit dem Fahrrad vorbei als das russische Militär aus dem Haus kam. Wir hielten an, hoben die Hände und sagten wir hätten keine Waffen. Aber der Soldat fing an, auf meinen Vater zu schießen. Er stürzte. Dann fing er an auch  auf mich zu schießen.Zwei Kugeln trafen meine Hand. Ich fiel zu Boden. Der Soldat hat immer noch geschossen aber die Kugel hat meinen Kopf nicht getroffen “, sagte der 14-jährige Yura im Krankenhaus.

Yuriy Nechyporenko im Krankenhaus.
Foto: Facebook-Seite Okhmatdyt

Der Junge lag einige Minuten auf dem Boden. Als der Soldat ging rannte Yura zum nächsten Unterstand. Dort leisteten ihm die Leute erste Hilfe. Der Junge kam nach Hause und erzählte seiner Familie vom Tod seines Vaters. Die Angehörigen konnten Ruslans Leiche zwei Tage lang nicht abholen. Als sie den Körper fanden waren die weißen Verbände des Mannes verschwunden. Auch das Telefon, die Brieftasche und die Schlüssel zum Haus waren weg. Die Frau des Opfers sagte, dass Ruslan Wunden in der Herzgegend und am Kopf hatte. Die Leiche des Mannes wurde im Hof ​​seines Hauses begraben.

« Ich wusste, dass ich die Kinder und mich selbst retten musste. Wir haben am 19. März von einem „humanitären Korridor“ gehört. Wir mussten alleine zum Versammlungsort kommen. Wir gingen die Straße entlang wo mein Mann erschossen wurde. Wir gingen und beteten jede Sekunde für unser Leben. Wir hörten Explosionen in der Nähe.Wir wurden von den russischen Mördern gestoppt. Wir gingen und waren jede Sekunde bereit uns vom Leben zu verabschieden“, — erzählt Alla Nechyporenko.

Familie Nechyporenko vor dem Krieg.
Foto aus dem Familienarchiv

Die Familie wurde in die Region Tscherkassy evakuiert. Yura wurde im Okhmatdyt-Krankenhaus medizinisch versorgt. Die Verletzungen wurden offiziell aufgenommen. Der Junge wurde am Arm, Unterarm undan den Fingern angeschossen. Jetzt sind er und der Rest seiner Familie in Sicherheit.

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